Sonntag, 30. August 2009
2. Sportscheck Stadlauf in Dresden - Mein HM Debüt!!!
tu-xe-do, 13:44h

Am gestrigen Sonntag fand in meiner wunderschönen Wahlheimat Dresden, der 2. Sportscheck Stadtlauf statt. Nach langwöchiger Vorbereitung, hatte ich mir vorgenommen bei diesem Event meinen ersten offiziellen Halbmarathon zu bestreiten. Nicht nur die sehenswürdige Strecke, sondern auch das Funktionsshirt, das es beim Lauf zu tragen galt, machte diesen Lauf zu einer reizvollen Aufgabe für mich. Im Vorfeld hatte ich mir aus dem Buch "Das große Laufbuch" von Herbert Steffny einen Trainingsplan für Halbmarathon ausgesucht, der mich innerhalb von sechs Wochen auf eine Wettkampfgeschwindigkeit von 1:38 std bringen sollte. Auch wenn ich diesen Trainingsplan nicht immer 100% folgen konnte, habe ich ihn nach besten Gewissen durchgelaufen. Ein Laufpensum von ca. 50 km in 3 - 4 Läufen pro Woche waren für mich schon ein erhöhter zeitlicher Aufwand. Am Ende des Plans hatte ich gedanklich mit meiner Zielzeit abgeschlossen und nahm mir vor, dem HM nur nach Gefühl zu laufen, ohne mich zeitlich unter Druck zu setzen.

Meine Freundin, die in der letzten Zeit auch viel gelaufen ist, war vom Adidas Funktionsshirt, das jeder Läufer während des Events tragen sollte so begeistert, dass auch sie sich einen Tag davor noch für den 10 km Wettkampf angemeldet hatte. So eine Prüfung gemeinsam zu bestreiten war ein tolles Gefühl. Da die Läufer des 10 km und HM zusammen starten, konnten wir auch gemeinsam loslaufen. Den Eindruck den man hat, wenn ca. 1000 Läufer, alle in Orange, zusammen in fahrt kommen und das Getösse am Streckenrand... dieses Gefühl ist unbeschreiblich! Mich durchzog eine Wir-Stimmung, absolute Gänsehaut und auch ein wenig stolz als ich mich dem Fluss des Adrenalins hingab. Meine Freundin konnte dies am Ende nur bestätigen. Die Strecke führte aus dem Stadtzentrum heraus an die Elbe, wo die 10 km als Rundkurs und der HM als doppelte Runde mit einigen extra Kilometern ausgeschildert war. Da ich relativ weit hinten startete, konnte ich in den ersten 5 km sehr viele Läufer überholen. Bald fand ich mich in einer Gruppe wieder, die meine Geschwindigkeit hatte und hängte mich hinten ran. Am Ende der ersten Runde war ich erstaunt, wieviele Läufer zum 10 km Ziel abbogen. Plötzlich hatte sich die Spitze stark ausgelichtet und es klafften teils große Lücken zwischen den HM Läufern.
Meine Motivation sank stark und ich hatte die "Nur-Durchkommen-Einstellung" wieder einmal für mich entdeckt. Nach einiger Zeit viel mir ein älterer Herr auf, der stets auf meiner Höhe lief. Umso länger wir zusammen liefen, desto mehr hatte ich das Bedürfnis mit ihm im Ziel anzukommen. Wenn man am Ende seiner Kräfte ist, sucht man sich die komischten Dinge um sich daran hoch zu ziehen. Im Kopf teilte ich die Strecke anhand markanter Geländepunkte in Etappen. So lief ich Etappe für Etappe ab und konnte mir immer sagen, "Noch 3... noch 2.... noch 1..."! An meiner Seite, immer der alte Mann. An jedem Verpflegungspunkt nahm ich einen Becher Wasser entgegen. Nach einigen Eskapaden in der ersten Runde entwickelte ich in der zweiten eine Technik, die Becher in voller Geschwindigkeit und mit wenig Wasserverlust aufzunehmen. Das konnte man vom trinken beim laufen nicht gerade sagen. ;) Kurz vor dem Ziel, das dürften die letzten zwei Kilometer gewesen sein, brach meine Leistung dann zusammen. Ich schaltete einen Gang hinunter und verlor dadurch ca. 5 Plätze. Auch meinen liebgewonnenen Laufpartner musste ich ziehen lassen. Das war mir in diesem Moment aber völlig egal, mein einziger Gedanke war das ankommen im Ziel.
Dort erwartete ich dann meine Freundin mit Getränken, Obst und einer tollen Medallie, die sie für mich anfertigen ließ. "Mein erster Halbmarathon" stand darauf... ein wirklich tolles Geschenk! :) Ich habe meinen ersten Halbmarathon mit einer Zeit von 1:40 std gelaufen, was verdammt nah an meinen Erwartungen dran war. Auch meine Freundin war mit 57 min voll im grünen Bereich und wir beide werden uns demnächst für den Morgenpostmarathon im Herbst anmelden.
Mfg Paule
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